Zeugnis

Durch dunkle Nacht bin ich geschloffen,
Verbarg mein Herz in tiefstem Wald.
Nun hab' ich dich, ja dich getroffen.
Auf einmal ist mir nicht mehr kalt.

Du folgtest einsam leeren Wegen,
Hast treue Liebe lang verlor'n.
Doch kreuzten sich heut' uns're Leben,
Du spürst, dein Glück wird neu gebor'n!

Ich blicke scheu in deine Augen,
Verbrenn' mich schnell an ihrer Glut.
Wird mein kleines Herz wohl taugen?
Zur Liebe braucht es großen Mut!

Doch du erzählst von deinen Träumen,
Von Wünschen, Ängsten, deinem Leid,
Gefangen sein in engen Räumen,
Und hoffnungsloser Einsamkeit.


 

Ich muß dir sagen, was ich fühle,
Möcht' geben, was ich geben kann.
Will in dir sein, auch wenn noch kühle,
Noch kühle Nacht dich hält in Bann!

Und du zögerst, fühlst im Herzen,
Dir fehlt die Kraft zu diesem Schritt.
Du hüllst dich ein mit leisen Scherzen,
Doch ich, ich mach' das Spiel nicht mit!

Laß' mich dir Stütze sein, die Leiter,
Die dich aus deiner Grube führt.
Wenn du erst bei mir bist, geht's weiter,
Du weißt doch, was dein Herz verspürt!

Du greifst jetzt langsam nach den Sprossen
Und steigst hinauf - nur eine noch!
Dann bist du da; die Angst verflossen.
Vergessen ist das tiefe Loch!
 

Und ich bezeug' dir meine Liebe
Mit einem langen, heißen Kuß.
Laß' uns fühlen uns're Triebe,
Versinken in dem reißend Fluß!

Leidenschaft besiegt die Angst.
Die Liebe, - Liebe wächst in dir.
Du spürst, daß du um mich nun bangst:
Es gibt kein ich, kein du, nur wir!

Als Zeuge kommst du in mein Leben,
Hast Teil an jedem Hoch und Tief.
Ich werde dir mein Leben geben
Und alles, was in mir längst schlief!

Und du? Schenkst du mir deine Treue,
Die nur das liebend Herz gewährt?
Gibst du mir die ewig neue
Liebe, die die Herzen nährt?
 

2. September 2005
Thore Simon

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